Ziele des Projektes D’fair Mëllech

Den Kontakt zwischen Produzent und Konsument neu knüpfen

Mit dem Projekt „D’fair Mëllech“ möchten die in der „FAIRKOPERATIV LËTZEBUERG“ organisierten Milchbauern den Kontakt zum Konsumenten neu knüpfen, ihn aber auch umfassend über das von ihm gekaufte Produkt informieren. Sie garantieren dem Endverbraucher ein gesundheitlich und geschmacklich hochwertiges Qualitätsprodukt und fordern ihn gleichzeitig zu einem Solidaritätsbekenntnis auf, indem sie für dieses Produkt einen fairen, gerechten und kostendeckenden Preis verlangen.

Die FKL-Milchbauern verpflichten sich ihrerseits, ihre Höfe noch konsequenter auf nachhaltige Landwirtschaft auszurichten und alle Produktionsprozesse den Erfordernissen der nachhaltigen Entwicklung unterzuordnen.

Damit erhält der Konsument die Möglichkeit, durch seine Kaufentscheidung einen aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit der luxemburger Landwirtschaft zu treffen.

Den Kontakt zwischen Produzent und Vertrieb neu knüpfen

Im Rahmen des Projektes „D’fair Mëllech“, das eine Neu-Organisation der Mehrwertkette und damit auch der Vertriebs- und Handelswege bedingt, suchen die im „FAIRKOPERATIV LËTZEBUERG“ organisierten Milcherzeuger den Kontakt zum einheimischen Vertrieb und Handel.

Durch die Einflussnahme des Erzeugers auf die Marktabläufe wird die Mehrwertkette „fairer“ gestaltet. Erzeuger, Handel und Veredler werden Teil einer einzigartigen Mehrwertkette, an deren Ende der Hersteller einen fairen und kostendeckenden Preis für sein Produkt erhält. Damit nimmt der Bauer sein Schicksal selbst in die Hand und geht neue Wege, um kostendeckende Preise und die damit verbundene Überlebensfähigkeit seines Betriebes zu garantieren. Gleichzeitig werden auch seine erbrachten Leistungen in Bezug auf Produktsicherheit und -qualität, Einsatz für den ländlichen und natürlichen Raum sowie im Bereich der Verbesserung der Nachhaltigkeit Luxemburgs anerkannt und entschädigt.

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit effizientere Produktionswege implementieren

Eine nachhaltige Landwirtschaft setzt voraus, dass man bereit ist, neue Wege zu gehen. Deshalb sollen FKL-Bauern fortan mittels agronomisch und zootechnisch sinnvollen und klar definierten wirtschaftlichen Zielen zum biologisch effizienteren Produzieren in und mit der Natur angeregt werden.

Dazu soll ein modernes Konzept zur Evaluierung der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit benützt werden, das als Grundlage zukünftiger Zielsetzungen wie biologische Effizienz und Flächenproduktivität beim intensiven Anwenden und Nutzen der natürlichen Kreisläufe dienen kann.
Die Marketing-Aussagen zur Region, zum bodenbewussten Wirtschaften und zur Produktqualität sollen durch messbare Werte berichtigt werden.

Transparente Messkriterien einführen

Dazu soll ein modernes Konzept zur Evaluierung der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit benutzt werden, das von CONVIS entwickelt wurde.
CONVIS, der bewährten Dienstleistungsgenossenschaft der luxemburger Landwirtschaft, kommt im Zusammenhang mit „D’fair Mëllech“ die Rolle des Beraters sowie des internen Zertifizierers zu. Anhand der dort bestehenden Metrik zur Nachhaltigkeit in den Bereichen biologische Effizienz, Klimaschutz und Regionalität werden kurzfristige individuelle Nachhaltigkeitsprogramme für die teilnehmenden Betriebe ausgearbeitet, mit denen sich diese mittelfristig auch auf die neuen Regularien der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik 2013 vorbereiten können.

CONVIS hat 1992 unter anderem für diese Metrik den „Präis Hëllëf fir d’Natur“ der Stiftung „Hëllëf fir d’Natur“ und für sein mittlerweile weltweit einzigartiges Beratungsinstrument in 2001 den „Environmental Award“ der Ford Motor Company erhalten. In der Praxis haben die rund 170 im Rindfleisch-Label der einheimischen Supermarktkette „CACTUS“ teilnehmenden Erzeuger konkreten marktwirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen können. Sie haben u. a. ihre Nährstoffverluste konsequent reduziert, ihren Fossil-Energiebedarf minimiert und den Ausbau der Biogaserzeugung seit 1992 bzw. 1996 signifikant ausgebaut und so in die gewünschte Richtung der Kyoto-Klimaziele hingearbeitet.